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Anfang | Netz | Funk | Server | Admins

Der Anfang
Angefangen hat alles Anfang 1996, als sich im neuen Wohnheim Emil-Figge-Straße einige Interessierte zur Netzwerk-AG zusammenschlossen. Ziel sollte es sein, ein lokales Netzwerk aufzubauen und allen Bewohnern und Bewohnerinnen einen Internet-Anschluß bieten zu können. Dabei stellten sich uns jedoch eine Reihe von Problemen in den Weg: 
  • Es durfte möglichst nichts kosten.
  • Da das Wohnheim erst Mitte 1995 fertiggestellt wurde, verbot sich die "Schweizer-Käse-Taktik".
  • Das Wohnheim besteht aus mehreren einzelnen Häusern. Intelligenterweise wurden beim Bau weder Leerrohre innerhalb der Häuser, noch Kabelschächte zwischen den Häusern verlegt.
  • Baumaßnahmen waren nicht drin.
  • Verlegearbeiten in Eigeninitiative waren auch nicht drin.

Letztendlich blieb dann von verschiedenen Möglichkeiten nur noch eine Lösung über, die dann auch realisiert wurde: Ein lokales Netzwerk auf Breitband-Basis (Kabelfernsehen), sowie eine Funkanbindung an die Universität. 

Mittlerweile ist man so weit, daß nun auch die übrigen Wohnheime vernetzt werden sollen. Dabei soll nun aber eine "professionelle" Lösung realisiert werden, nämlich geswitchtes 100 MBit/s Ethernet. Man hat wohl eingesehen, daß eine Investition in aktuelle, standardisierte und verbreitete Technik zukunftssicherer ist, auch wenn dafür Baumaßnahmen erforderlich sind.
 

Das Kabelfernseh-Netzwerk
Bei dieser Technologie wird das vorhandene Medium Kabelfernseh-Netz benutzt, um Daten zu übertragen. Dazu werden zwei Kanäle benötigt, ein Hinkanal, auf dem die Daten zu den Teilnehmern transportiert werden, und ein Rückkanal, auf dem die Teilnehmer senden können. Dazu war es jedoch zunächst notwendig, sämtliche Verstärker im vorhandenen Netz gegen solche auszutauschen, die rückkanal-fähig sind. Die normalen Kabelfernseh-Verstärker verstärken nämlich nur in eine Richtung. Danach mußte das Kabelfernseh-Netz neu eingemessen werden. 

Node-Transceiver der Firma Zenith Am zentralen Übergabepunkt der Telekom wurde ein Umsetzer installiert, der den Rückkanal auf den Hinkanal umsetzt. Dieses Gerät arbeitet auf Netzwerk-Layer 1, das heißt, die übertragenen Daten werden nicht angetastet, sondern es findet lediglich eine Frequenz-Umsetzung statt. Installiert ist hier ein Node-Transceiver der Firma Zenith

Soweit ist die Technik mit jeder beliebigen Kabelfernseh-Modem Lösung verwendbar, derer es am US-amerikanischen Markt eine ganze Reihe gibt. Das Problem dabei ist jedoch, daß die Technik nur am amerikanischen Markt verfügbar und außerdem sehr teuer ist. Daher wurde die Installation und die Verantwortung für den laufenden Betrieb von der Firma Pentakom aus Ulm übernommen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert hat. Die Endgeräte werden dann von dieser Firma an die Teilnehmer gegen eine monatliche Gebühr vermietet. 

LCp Kabelmodem der Firma Bay Networks Nachdem Pentakom schon einige Erfahrung mit dem 4 MBit/s System Homeworks der Firma Zenith gesammelt hatte, wurde uns angeboten, das 10 MBit/s System LanCity der Firma Bay Networks zu installieren. Neben der höheren Geschwindigkeit bietet es erweiterte Möglichkeiten in Sachen Administration und Konfiguration. Die Teilnehmer erhalten ein Kabelmodem LCp (Personal Cable Modem), das einen Twisted-Pair-Anschluß hat und damit an die Netzwerkkarte des Computers angeschlossen wird. Das ganze System ist damit für den Teilnehmer transparent und funktioniert wie ein lokales Ethernet. Der zweite Anschluß des Kabelmodems wird mit einem Frequenzfilter verbunden, der auf die Kabelfernseh-Dose gesteckt wird. 

LCb Kabelmodem der Firma Bay Networks Der Wohnheimserver ist über eine leistungsfähigere Version des Kabelmodems, das LCb (Multi User Cable Modem), an das Netzwerk angeschlossen. Das LCb stellt einen AUI-Anschluß zur Verfügung. 

Das ganze System ist so ausgelegt, daß jedes einzelne Modem eine Bridging-Funktionalität integriert. Dadurch ist sichergestellt, daß jeder Teilnehmer nur Daten empfangen kann, die an ihn gerichtet sind. Es ist nicht möglich, auf dem Netzwerk zu lauschen und so fremde Daten oder Passwörter auszuspionieren. Desweiteren muß jedes Modem in einer zentralen Datenbank eingetragen und freigeschaltet werden, bevor überhaupt ein Zugriff auf das Netz möglich ist. 
 

Die Funk-Verbindung
Zum Glück besteht von allen Dortmunder Studentenwohnheimen des Studentenwerks direkte Sichtverbindung zu wenigstems einem zentralen Gebäude der Universität. Daher favorisierten wir von Anfang an eine Funk- bzw. Laserverbindung von der Uni zum Wohnheim. Nachdem die Kommission für das Hochschulrechenzentrum dem Projekt positiv gegenüber stand, und Sondermittel des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung zur Verfügung standen, wurden zwei 2,4 GHz Funkbridges mit entsprechenden Antennen für Punkt-zu-Punkt Verbindung angeschafft. Die Entfernung zwischen unserem Wohnheim und dem höchsten Gebäude auf dem Campus, dem Mathe-Tower, beträgt etwa 1 km. 

Arlan 640 Funkbridge Gekauft wurden 2 Arlan 640 Funkbridges der Firma Aironet. Diese arbeiten im sogenannten ISM-Band (2,4 GHz), das zur allgemeinen Benutzung freigegeben ist. Das bedeutet, daß die Funk-Einrichtung anmelde- und gebührenfrei betrieben werden darf, wobei jedoch die zum Zeitpunkt der Anschaffung noch geltenden Monopol-Vorschriften der Telekom zu beachten sind. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt bis zu 2 MBit/s. Die Funkbridges, eigentlich konstruiert für ganze Funkzellen, ähnlich der Technik, die bei Handys verwendet wird, werden hier nur für eine Punkt-zu-Punkt Verbindung eingesetzt. Dazu wurden zwei zugehörige Außen-Antennen vom Typ DA-13 installiert. Eine Antenne wurde im Wohnheim am Haus 37 angebracht, die andere auf dem Dach des Mathe-Towers. 
 

Der Server
Als lokaler Server und Router dient ein Rechner mit einem AMD K6-2 350 MHz Prozessor, DFI Mainboard, 256 MB RAM, 2 SCSI-Festplatten (IBM, 4 und 9 GB) an einem Adaptec Controller, und drei Netzwerkkarten. Der Rechner wurde ursprünglich ebenfalls aus Sondermitteln des MWF beschafft, zum Teil aus eigenen Mitteln aufgerüstet, und ist Eigentum des Hochschulrechenzentrums. Betreut und gewartet wird er von Mitgliedern der Netzwerk-AG. Server und Netzwerk-Hardware werden von einer USV versorgt. Auf dem Rechner läuft Linux in einer modifizierten Suse-Distribution. Der Server (emil.nef.wh.uni-dortmund.de) übernimmt eine Menge Aufgaben, die er bisher klaglos bewältigt hat: 
  • TCP/IP Router zwischen Uni-Backbone und Wohnheimnetz (als Routing-Protokoll dient OSPF)
  • Nameserver (named)
  • Webserver (Apache mit PHP3 Modul)
  • Mailserver (Sendmail)
  • Proxy/Cache für http und ftp (Squid)
  • Newscache (nntpcache)
  • Newsserver für lokale Newsgroups (INN)
  • Datenbank-Server, u.a. für die Benutzer-Datenbank (MySQL)
  • SMB-Fileserver (Samba)
  • Bootp-Server für die Kabelmodems
  • Druckserver (Samba, LPRng)
  • und vieles andere mehr ...

Die Netzwerk-Auslastung kann in einer Statistik eingesehen werden.

Die Benutzerdaten werden in einer Datenbank verwaltet, die über HTML-Formulare (PHP) bedient wird. Einmal stündlich werden dann alle Änderungen in das System übernommen. Dies erleichtert das Anlegen neuer und das Löschen nicht mehr vorhandener User ganz erheblich, da nicht erst in zig Konfigurationsdateien rumgefummelt werden muß. Außerdem sind so zur Benutzerverwaltung keine besonderen Unix-Kenntnisse erforderlich, und die Verwalter müssen das Root-Passwort nicht kennen.

Gesichert wird einmal wöchentlich über das Netzwerk auf einem Bandroboter beim Hochschulrechenzentrum. 
 

Die Admins
Der Server und das Netzwerk werden von der Netzwerk-AG betreut und verwaltet. Zur Zeit sind 3 Leute für die Administration und den laufenden Betrieb verantwortlich. Daneben gibt es noch weitere Bewohner und Bewohnerinnen, die sich um einzelne Bereiche kümmern. Die Admins sind: 

Die Admins sind entweder per E-Mail erreichbar, oder aber mittwochs abends ab 20:00 Uhr im Keller von Haus 37 (Server-Raum) persönlich zu sprechen. In dieser Sprechstunde versuchen wir Fragen nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Außerdem können Modems gemietet, Benutzer eingetragen und Netzwerkzubehör zum Selbstkostenpreis gekauft werden. 
 


© Matthias Barnutz, Letzte Änderung: 28. Oktober 2001